Das Urheberrecht regelt die komplexen rechtlichen und auch wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Kreativen, Verwertern und Nutzern. Stark vereinfacht gesagt gilt dabei folgendes:

Wer seine Idee kreativ umsetzt, hat alle Rechte an dieser Umsetzung!

Das bedeutet: Der Schöpfer oder die Schöpferin eines Gedichts, eines Gemäldes, einer Zeichnung, einer Komposition, eines Fotos, eines Films usw. kann alleine bestimmen, was damit passieren soll. Wichtig ist, dass es ein seh-, les- hör- oder fühlbares Resultat gibt, welches durch das Urheberrecht geschützt werden kann, denn:

Ideen als solche sind nicht urheberrechtlich geschützt!

So ist beispielsweise die reine Idee für ein Drehbuch oder ein Show-Format nicht schutzfähig und kann (aus urheberrechtlicher Sicht) von Fernsehsendern oder Produktionsfirmen “ungestraft” übernommen werden. Anders kann es jedoch unter bestimmten Voraussetzungen aus wettbewerbsrechtlicher Sicht aussehen.
Es gilt also: Wer eine großartige kreative Idee hat, sollte diese auch umsetzen, sonst kann ihm die Rechtsordnung nur sehr schwer weiterhelfen.

Die Schöpfungshöhe

Das Urhebeerrecht begründet ein echtes Monopolrecht an einer kreativen Leistung. Wer Inhaber dieses Rechts ist, kann allen anderen die Benutzung des Werkes verbieten. Da mit einem Monopolrecht viel Macht verbunden ist, bekommt nicht jedes Werk automatisch den Schutz des Urheberrechts zugesprochen. Das jeweilige Werk muss sich vielmehr durch eine gewisse Schöpfungshöhe auszeichnen. Das bedeutet unjuristisch formuliert, dass es “das gewisse Etwas” haben muss, oder juristischer formuliert, dass sich die Individualität des Werkschöpfers im Werk wiederfinden muss.

Für (alltägliche) Designgegenstände (z.B. Wandtattoos, Aufkleber, Lampen, Schmuck, Flyer, Plakate usw.) kann durch Anmeldung Designschutz erlangt werden.

Inzwischen hat sich die Rechtsprechung bezüglich der Anforderungen an die Schöpfungshöhe von sogenannter “Gebrauchskunst” etwas gelockert. Trotzdem bleibt als sicherer und einfacher Weg zur Erlangung eines Schutzrechts an einem solchen Design die Designanmeldung. Das kostet zwar Gebühren und Zeit, dafür hat man aber die Sicherheit, anderen z.B. den Verkauf eines identischen Artikels verbieten zu können. Unabhängig davon besteht unter bestimmten Voraussetzungen ein Schutz in Form eines “nicht eingetragenen Gemeinschaftsgeschmacksmusters”.

Einfache und ausschließliche Nutzungsrechte: Durch Verträge kommt das Recht vom Künstler (Musiker, Fotograf, Drehbuchschreiber usw.) zum Verwerter (Plattenlabel, Musikverlag, Produzent, Powerseller)

Häufig ist es so, dass Musiker, Komponisten oder Fotografen am liebsten Musizieren oder Fotografieren und eben keine Lust oder Zeit haben, sich mit vollem Einsatz um die kommerzielle Verwertung ihrer Werke zu kümmern. Genau das sehen aber die Verwerter als ihre Aufgabe an: Sie produzieren Alben, Filme und vermarkten diese oder stellen aus Fotos hunderte von Postern her, die sie über Amazon oder E-Bay verkaufen. Das dürfen die Verwerter natürlich nur, wenn sie durch entsprächende Verträge (Urhebervertragsrecht) die benötigten Rechte erworben haben. Man kann die Nutzung des Werkes mehreren Verwertern gleichzeitig bzw. parallel erlauben (“Einfaches Nutzungsrecht”) oder – gegen eine höhere Zahlung – das Recht nur einem einzigen Verwerter gestatten (“Ausschließliches Nutzungsrecht”).

Wer ein Werk ohne Berechtigung nutzt (Kopieren, Verbreiten, Hochladen usw.), dem droht eine Abmahnung oder eine Klage!

Wer ohne Rechte etwas verwertet, kann vom Inhaber des Monopolrechts (s.o.) auf Unterlassung und Zahlung von Schadenersatz in Anspruch genommen werden! Deshalb sollte jeder Verwerter vor Projektstart sicher gehen, dass er durch einen schriftlichen Vertrag alle erforderlichen Rechte erhalten hat.

Der Urheber hat einen Anspruch auf angemessene Vergütung.

Bei der Ausgestaltung der Verträge ist zu beachten, dass der Urheber einen gesetzlichen Anspruch auf angemessene Vergütung hat. “Gesetzlicher Anspruch” bedeutet, dass der Urheber grundsätzlich nicht gänzlich (auch nicht durch eine entsprechende Klausel im Vertrag) auf seine Vergütung verzichten kann.